Scheidentrockenheit

Was sind die Ursachen der Scheidentrockenheit?

Während den Wechseljahren kommt es zu einer starken Abnahme der Östrogenproduktion im weiblichen Körper. Das ist der häufigste Grund für die Entstehung einer Scheidentrockenheit. Da der Vaginalbereich sehr sensibel auf Schwankungen der Östrogenproduktion reagiert, kommt es durch den weitgehenden Verlust des Östrogens zu einer deutlich schlechteren Durchblutung und Ausdünnung der Scheidenwand und zu einer verminderten natürlichen Befeuchtung. Dies führt zu einer weniger guten Elastizität des Gewebes und dem Gefühl der Trockenheit im Intimbereich.

Andere mögliche Gründe:

Natürlich gibt es auch noch andere mögliche Gründe für die Entwicklung einer Scheidentrockenheit:

  • Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck,
  • Antihormontherapie, z.B. bei Brustkrebs,
  • Eingriffe an den Eierstöcken,
  • übermässiger Alkoholkonsum und Rauchen.

Auch die natürlichen Milchsäurebakterien der Scheide sind auf eine gut durchblutete und dicke vaginale Schleimhaut angewiesen. Das bedeutet, dass im Verlauf der Wechseljahre auch die Anzahl der Milchsäurebakterien in der Scheide abnimmt und sich zunehmend potentiell krankmachende Keime ausbreiten können.

Was sind die Symptome der Scheidentrockenheit?

Nicht jede Frau in den Wechseljahren entwickelt aufgrund einer Scheidentrockenheit auch zwingend störende Symptome. Jedoch ist die Scheidentrockenheit bei 25 – 50% der Frauen in der Postmenopause mit Beschwerden verbunden. Wenn man bedenkt, dass die symptomatische Scheidentrockenheit die Lebensqualität deutlich verschlechtern kann, ist das ein sehr beträchtlicher Anteil. Die häufigsten Symptome einer Scheidentrockenheit sind:

  • Juckreiz und Brennen im Intimbereich,
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Nicht selten wird von den Betroffenen auch über ein generell ungutes Gefühl im Unterbauch berichtet.

Vermehrte Infektionen in den Wechseljahren

Zusätzlich kann es durch den schlechten Zustand der Scheidenwand und die reduzierte natürliche Besiedelung von Milchsäurebakterien vermehrt zu Scheideninfektionen kommen. Hierbei tritt vor allem die bakterielle Vaginose häufig auf (die typischen Symptome sind im Teil „Scheideninfektionen“ näher beschrieben).

Da die Milchsäurebakterien in der Scheide, welche im Normalfall einen natürlichen Schutz gegen Harnwegsinfektionen darstellen, reduziert sind und nicht nur die vaginale Schleimhaut, sondern auch die Blasenschleimhaut unter dem Östrogenverlust in den Wechseljahren leidet, kann es auch häufiger zu Blasenentzündungen kommen (die typischen Symptome sind im Teil «Blasenentzündung» näher beschrieben).

Wie wird die Scheidentrockenheit behandelt?

Behandlung bei schwachen Symptomen

Bei der Behandlung der bakteriellen Vaginose besteht die Möglichkeit einer systemischen oder lokalen Antibiotikatherapie mit Tabletten zum Schlucken, Vaginalzäpfchen oder Vaginalcremes. Eine systemische Antibiotikatherapie zur Behandlung einer vaginalen Infektion sollte jedoch nur falls unbedingt nötig zum Einsatz kommen. Als Alternative zur Antibiotikatherapie können auch breitwirksame Antiinfektiva (z.B. Dequaliniumchlorid) in Form von Vaginaltabletten verwendet werden. Der Vorteil besteht im breiten Wirkspektrum und der Unwahrscheinlichkeit der Entstehung von Resistenzen.

Behandlung bei stärkeren Symptomen

Bei stärkeren Symptomen, welche die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen können, ist eine Therapie mit lokalwirkenden, tiefdosierte Östrogenpräparaten die wirksamste Option.
Falls zusätzlich zur Scheidentrockenheit auch noch weitere typische Wechseljahrsbeschwerden bestehen, wie beispielsweise Hitzewallungen, so kann eine systemische Therapie zum Einsatz kommen. Hierfür werden häufig Tabletten zum Schlucken, oder auch Cremen und Gels, welche auf die Haut aufgetragen werden, verwendet. Dabei wirken die Hormone über die Blutbahn. Zur Behandlung der Scheidentrockenheit ist diese Therapieform jedoch nur in ca. 75% der Fälle effektiv.
Im Vergleich zu Symptomen wie den Hitzewallungen, welche nach einiger Zeit wieder abnehmen und auch gänzlich verschwinden können, ist die Scheidentrockenheit ein Dauerzustand, der sich tendenziell eher weiter verschlechtert. Hormonhaltige Präparate, welche vaginal angewendet werden, sind zur Behandlung der Scheidentrockenheit a effektivsten. Hierfür genügen schon tiefste Dosierungen für eine rasche lokale Wirkung. Die Präparate sind als Cremen, Gels, Ovula oder auch als Vaginaltabletten erhältlich und wirken primär nur in der Scheide.
Da im Verlauf der Wechseljahre auch die nützlichen Milchsäurebakterien in der Scheide abnehmen, kann es von Vorteil sein, eine Kombinationstherapie aus tiefdosiertem Östrogen und Milchsäurebakterien anzuwenden. Dadurch wird nicht nur die Schleimhaut der Scheide wiederaufgebaut, sondern auch die natürliche Besiedelung durch Milchsäurebakterien unterstützt, welche das saure Scheidenmilieu aufrechterhalten und vor krankmachenden Keimen schützen.